Institut für Archäologische Wissenschaften

Institut für Archäologische Wissenschaften

Edubba’a A

Das Theater

Inspirierte Lehre: Von der Tontafel auf die Bühne: 'Altorientalische' Geschichte(n) in Theater und Film

Im FS 2022 spüren wir der vielgestaltigen Rezeption und (Re-)Konstruktion des 'Alten Orients' in Theater und Film seit dem 17. Jahrhundert nach. Dank der Förderung für 'Inspirierte Lehre' der phil.-hist. Fakultät üben wir uns auch selbst als (Re-)Konstrukteure und bringen den altbabylonischen Keilschrifttext Edubba'a A auf die Bühne.

Die Uraufführung anlässlich des 75. Jubiläums der SAGW findet am 17. September 2022 auf dem Waisenhausplatz in Bern statt. Die Inszenierung ist ein Beitrag der Schweizerischen Gesellschaft für Orientalische Altertumswissenschaft.

Kontakt: sebastian.borkowski@iaw.unibe.ch

Der Film

Das Projekt «Edubba’a A: Der Film» widmete sich der filmischen Inszenierung des sumerisch-sprachigen Textes Edubba’a A, der seit seiner Erstedition (1949) durch den amerikanischen Altorientalisten Samuel Noah Kramer auch als «Schooldays» bekannt ist.

Edubba’a A schildert den Alltag in einer mesopotamischen Schule, dem namensgebenden Edubba’a, aus der Sicht eines Schülers, der seinem Vater von den drakonischen – und seiner Meinung unverschuldeten – Massregelungen seiner Lehrer klagt. Die Perspektive der Erzählung wechselt, als der Vater des getadelten Schülers hierauf das Oberhaupt der Schule einlädt und durch seine Gastlichkeit und Geschenke vom Talent seines Sohnes überzeugt.

Die heute zahlreichen Textzeugen zu Edubba’a A wurden überwiegend in den Ruinenhügeln der antiken Stadt Nippur im heutigen Irak bei den archäologischen Ausgrabungen der Babylonian Expedition der Universität von Pennsylvania (1888–1900) sowie während der frühen Kampagnen der Joint Expedition des Penn Museums in Philadelphia und des Oriental Institute der Universität Chicago (1948–1952) gefunden. Die Textzeugen werden in die altbabylonische Zeit (ca. 1800–1600 v. Chr.) datiert und wurden von angehenden Schreibern zum Erlernen der sumerischen Sprache und der Keilschrift auf Tontafeln kopiert.

Im Frühjahrssemester 2018 begleitete das Projekt «Edubba’a A: Der Film» dank einer Förderung für Inspirierte Lehre der phil.-hist. Fakultät der Universität Bern das Sprachseminar Sumerisch IV von Dr. Johanna Tudeau an der Universität Bern. Hierdurch wurde das philologische Lehrangebot in Zusammenarbeit mit Sebastian Borkowski (Doktorand, Universität Genf) erweitert, um neben dem soziokulturellen Milieu der altbabylonischen Schreiberausbildung mit den Kursteilnehmer*innen auch die Rezeption und Aktualität der altorientalischen Literatur ebenso wie methodische Ansätze in ihrer zeitgemässen Vermittlung an eine breitere Öffentlichkeit zu erarbeiten.

Ergebnis des Projektes ist ein Kurzfilm, der im Frühjahr 2018 unter Beteiligung zahlreicher Student*innen der Universitäten Bern und Genf und in Zusammenarbeit mit einer Studentin der Kunsthochschule für Medien Köln in der Antikensammlung der Universität Bern realisiert wurde.

Der Film ist – mit Ausnahme weniger akkadischer Sätze – in sumerischer Sprache gesprochen und folgt szenisch und im Wortlaut der Textrekonstruktion von Edubba’a A auf Basis der altbabylonischen Manuskripte. Ergänzungen und Entlehnungen aus anderen Werken der altorientalischen Literatur sind in den Untertiteln gekennzeichnet.

Der Film wurde erstmals am 27. April 2018 an der Nuit Antique 2018 in Genf vorgeführt.

Drehbuch und Regie: Sebastian Borkowski
Produktion: Johanna Tudeau
Dauer: 21.44 Min.
Originalfassung: Sumerisch, Akkadisch
Untertitel: Englisch

Direktlink: https://www.baf.unibe.ch/baf_35_mm/index_eng.html